Langwellen-Empfangskonverter 10…500 kHz

Am 04. Dezember 2018 erhielt ich eine Mail aus Schweden vom Freundeskreis Alexander aus Grimeton. Der Freundeskreis Alexander betreibt ein UNESCO-Weltkulturerbe, den Längstwellensender SAQ in Grimeton/Südschweden. Jedes Jahr nimmt eben dieser Längstwellensender (very low frequency transmitter) den Sendebetrieb auf 17,2 kHz auf. Fest eingeplant sind dabei zwei Ereignisse, zum Einen der „Alexanderson Tag“ Ende Juni/Anfang Juli und zum Anderen die Weihnachtsübertragung am 24. Dezember ab 09:00 MEZ (Inbetriebnahme des Senders SAQ und Abstimmung bereits ab 08:30 MEZ).

Nur, womit empfangen? Mein Amateurfunkgerät Yaesu FT-950 hat zwar einen durchgehenden Empfänger, der beginnt aber erst bei 30 kHz. Also musste eine funktionsfähige Alternative her. Fündig wurde ich bei box73.de, dem Shop der Zeitschrift „funkamateur“ in Berlin.

Der LW-Empfangskonverter (BX-082) deckt den Empfangsbereich von 10 kHz – 500 kHz ab und setzt diesen ins 30m-Band um (10.010…10.500 kHz). Der Aufbau verlief unkompliziert, da die Bauanleitung gut strukturiert und leicht verständlich ist und auch alle Bauteile vorhanden waren. Eine kleine Irritation gab es dennoch, waren die Kondensatoren C1 und C11 doch anstatt mit 10 uF mit 47uF geliefert…. Auf den Einbau der Spule L4 (Abstimmbereichserweiterung für den 10 MHz Oszillator) konnte ich verzichten, die Frequenz war vom Start weg sehr genau. In Ermangelung eines HF-Signalgenerators für VLF musste ich für den Abgleich die Variante „provisorischer Abgleich“ laut Bauanleitung wählen, was aber auch gut funktionierte!

Auch die Modifikation von Stefan, DL7MAJ, zum Bausatz habe ich vorgenommen, war nach der Inbetriebnahme doch schnell klar, dass der Oszillator etwas „Unterdrückung“ brauchte…. Fazit: gute, da sinnvolle und hilfreiche Mod (siehe Fotos) mit sofort hörbarem Ergebnis!

An meinem Dipol kurz ausprobieren wollen, doch – oh Wunder, tagsüber ist um 150 kHz nicht so wirklich viel zu hören (Stichwort: Ausbreitung über Bodenwelle) – dann die Enttäuschung… außer offenbar lokalen Störungen mit brutalen Feldstärken ist nichts zu hören. Auch der Versuch, des Abends mit einem Langdraht besserer Ergebnisse zu erzielen, misslingt. Aus Verzweiflung nutze ich meine 7-Band-Richtantenne (titanex TB-7) ohne Anpassungsnetzwerk … und siehe da, plötzlich empfange ich zwischen 153 und 285 kHz AM-Signale und das auch noch in guter Qualität!  ….das sollte für den Zweck (Weihnachtsaussendung SAQ 2018) und zu der Tageszeit (Morgendämmerung) ausreichen.

Aber ist ansonsten auf Längst- und Langwelle überhaupt noch etwas los? Schließlich liest man mehrfach im Jahr von der Abschaltung von entsprechenden Sendeanlagen in Europa….  Nach kurzer Internet-Recherche wurde ich fündig und war gleichsam überrascht. Dieser eher exotische Frequenzbereich wird durchaus noch genutzt, es sind tatsächlich auch noch einige Tonrundfunksender „on air“, eine Übersicht der darüber hinaus noch zu hörenden Signale habe ich bei DB9JA gefunden.

Auch wenn ich jetzt nicht sofort zum begeisterten BC SWL (broadcast short wave listener) werde, so habe ich sehr viel Freude beim Basteln und Abgleich des Konverters und auch dessen Betrieb empfunden.

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