Besuch im Funktechnikmuseum Königs Wusterhausen

Am 12. Juni 2018 fand er endlich statt, mein lang geplanter Besuch im Sender- und Funktechnikmuseum Königs Wusterhausen.

Das Stadtwappen lässt schon erahnen, welche Bedeutung die Sendestelle „KaWe“ hier hatte…

In Königs Wusterhausen – einer Stadt und ein Mittelzentrum im Landkreis Dahme-Spreewald in Brandenburg, südwestlich von Berlin – betreibt ein Förderverein ein beeindruckendes Museum in den historischen Mauern des Senderhauses 1 und auf Teilen des ursprünglich 1,5 x 1,5 Kilometer umfassenden Geländes auf dem Funkerberg in Königs Wusterhausen.

Auf dem Gelände stehen zwar noch einige Gebäude, lediglich das Senderhaus 1 ist für die Öffentlichkeit zugänglich. Auch auf dem ehemaligen Antennengelände ist es leer geworden, allein ein rund 210 Meter hoher Stahlgittermast steht noch. Er gehört zum Museum, ist aber ohne Funktion. Allein die Technik für ein Richtfunkstrecke des umliegenden Krankenhauses hat hier ihre (exponierte) Heimat gefunden.

Doch nun zum Museumsbesuch an sich…. Das Senderhaus 1 beherbergt eine Vielzahl von Stationen. Wir begannen im kleinen Kino, in dem wir einen Fernsehbeitrag des MDR aus den 1990er Jahren zu sehen bekamen und Fragen stellen konnten. Danach betraten wir einen Raum, in dem uns plastisch der Versuch von Heinrich Hertz präsentiert wurde, der später die Grundlage für drahtlose Nachrichtenübertragung – zunächst nur in Telegrafie und nur auf niedrigen Frequenzen/langen Welle – ermöglichen sollte. Danach ging es auf eine Zeitreise, die rund 1890 begann und uns mit den wesentlichen Architekten der drahtlosen Kommunikation vertraut machte, mehr oder weniger bekannten Physikern, Mathematikern und neugierigen Menschen und Erfindern. Die Ausstellung ist reich an Exponaten, was die vermittelten Fakten lebendig werden lässt.

Weiter ging es zum TV-Studio, dem Tonstudio, an der Bastelwerkstatt vorbei in die Maschinenhalle des Senderhauses 1. Hier lagern neben kunstvoll restaurierten Radio- und TV-Rundfunkempfängern auch einige Raritäten der Sendertechnik. So zum Einen der alte DCF77-Sender und eine seltene Sendeendstufe schwedischer Herkunft. Von hier ging es direkt weiter in den Hallenbereich mit der Netzersatzanlage des Senderhauses 1.

Wenn man Glück hat – und das hatte ich – liegt der Besuchstag und die Besuchszeit so günstig, dass man noch die Gelegenheit hat, den Probelauf der Netzersatzanlage mitzuerleben… Auch hier sind engagierte Fördervereinsmitglieder tätig und werden nicht müde, begeistert über historische und aktuelle Ereignisse im Kontext des Betriebs des 83 Jahre alten, 1000 PS, 8-Zylinder-Dieselaggregates von Deutz zu berichten.

Aus der Maschinenhalle ging es hinauf zum Diorama des ehemaligen Geländes, an dem man sich maßstabsgetreu die ursprünglichen Ausmaße des Areals sehr gut vorstellen kann. Vorletzte Station unseres Rundganges war dann der nachgebaute Betriebsraum eines 250 kW-Kurzwellensenders, bevor dieser dann im Fundus von TV-Produktionen der ehemaligen DDR „bunt“ zum Abschluss kam.

Auf meine Frage, ob und wo es im Hause denn eine Amateurfunkstelle bzw. Clubstation geben würde, teilte man mir mit, das die Clubstation DL0KWH ihre „Heimat“ nicht auf dem Gelände habe. Das war sehr schade, hatte ich doch extra eine QSL-Karte mit QSO im IARU-Region-1-Fieldday CW 2018 zwischen DL0KWH/p und mir (DL1HBT/p) „am Mann“…. Nicht schlimm, hätte ja klappen können 😉

Zwar kann man auch ohne „guide“ durch die Räume und Exponate stöbern, eine fachkundige Führung kann ich aber aus voller Überzeugung empfehlen. Bedarf an Führungen bitte per Telefon oder Mail beim Förderverein anzeigen. Die Führung im Senderhaus 1 dauert 2-3 Stunden, Schwerpunkte kann man mit dem Führer problemlos absprechen.

Fazit: Ein sehr lohnenswerter Besuch! Hinfahren, Eindrücke sammeln, weiter empfehlen…!

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